On the road again
Für unsere Service Einsätze mussten wir oft lange Autofahrten in Kauf nehmen. Aber seit der Gründung von PLS80E, sind wir bei Service Einsätzen, bis auf ganz wenige Ausnahmen, immer zu zweit unterwegs gewesen. Dadurch waren die Reisen deutlich entspannter und die Zeit verging, gefühlt, viel Schneller. Markus war immer lieber Fahrer als Beifahrer, wogegen es als Beifahrer deutlich entspannter fand. Bei 4 bis maximal 7 Stunden gemeinsamer Autofahrt, kommen einem dann schon mal die verücktesten Ideen in den Kopf. Wir haben auf vielen Fahrten einfach nur Blödsinn verzapft, konnten aber auch ernsthafte Gespräche führen. Aber Blödsinn war einfach kurzweiliger, und die Zeit verging, gefühlt, deutlich schneller. Wir kamen dabei auf die verrücktesten Einfälle, und irgendwann, als wir neben der Autobahn die großen Felder mit Solar Panelen sahen, haben wir plötzlich verstanden woher Solarzellen kommen, die inzwischen auch auf vielen Häuserdächern zu finden sind. Sie wachsen auf großen Feldern, die man immer wieder, beidseitig der europäischen Autobahnen, sehen kann. Ich muss allerdings zugeben, dass wir nie eine Ernte gesehen haben.
Tja, so kam es immer mal wieder über uns.
Wa gehört zwar nicht zum Thema Reisen, aber essentiell wichtig für den Erfolg von ESR-Systemtechnik und Markus und mir als Service, gehört der gute und oft persönliche Kontakt, zu unseren PLS80E Kunden. Mit fast jedem Kunden waren wir per du, was aber dem gegenseitigen Respekt keinen Abbruch tat. Als Gründe für das Vertrauen der PLS80E Kunden in das Produkt und die ESR Mitarbeiter, wobei ich hier nur von Markus und mir spreche, sehe ich unsere Ehrlichkeit und kein um den heißen Brei herumreden, wenn es um Fehler ging, bei denen wir erstmal ratlos waren. Wir haben immer offen kommuniziert, was Stand der Dinge ist. Nicht ganz ausschließen möchte ich, dass wir auf Anweisung von oben, die Wahrheit das eine oder andere Mal vielleicht etwas beschönigt haben. Für mich, der aus der Praxis kommt, der schon bei Krupp mit unterschiedlichen Menschen zu tun hatte, war immer wichtig dem Kunden gegenüber ehrlich zu sein. Aus einem ganz einfachen Grund: Wenn er weiß woran er ist, kann er je nach Situation, Maßnahmen ergreifen, um einen möglichen Produktionsausfall so weit wie möglich zu minimieren.
Mit dieser Meinung lag ich im Einklang mit zumindest einem Kunden. Ich weiß zwar keine Details mehr, aber nach Arbeiten am PLS80E, ich vermute, es handelte sich um ein Upgrade von Soft und/oder Hardwar, funktionierte es nur noch eingeschränkt. Eine Lösung konnte ich als Service vor Ort, nicht anbieten und der Kunde wandte sich direkt an Stuttgart. Eine Antwort ließ auf sich warten, und wir kamen ins Gespräch. Ich entschuldigte mich dafür, dass nicht alles so geklappt hat wie vorgesehen. Daraufhin sagte in etwa folgendes Ich weiß das Fehler immer auftreten können, aber ich erwarte auch, das wenn der Lieferant keine schnelle Lösung anbieten kann, er nicht um den heißen Brei herum redet, sondern klar kommuniziert, wenn keine schnelle Lösung zu erwarten ist. Dann habe ich als Betreiber genügend Zeit, mich um eine Lösung, evtl. unabhängig vom Prozessleitsystem, zu finden. Werde ich immer wieder auf später vertröstet, und dann klappt es doch nicht, wird mir die Zeit fehlen zu reagieren. Wenn es dann doch noch mit dem Prozessleitsystem klappt, um so besser, dann nehme ich ein mögliche Notlösung garnicht erst, in Betrieb.

